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20.03.2025
Unterwegs | Nachhaltigkeit

Wohin mit alten Booten?

Jedes Jahr gelangen mehr Sportboote ans Ende ihres Lebenszyklus. Bisher gibt es keinen einheitlichen Umgang damit. Trotzdem gibt es Lösungen.

Viele Bestandteile von GFK-Booten können bereits heute recycelt werden, wenn man sie fachgerecht entsorgt. Dazu gehören Materialien wie Holz und Metall, aber auch Plastik und Elektrogeräte 

Glasfaserverstärkter Kunststoff selbst kann nicht recycelt werden, weil Harz und Fasern sich nicht zerstörungsfrei trennen lassen. Man kann sie allerdings in der Zementproduktion verwerten

Aus Sorge vor Schrottbooten versagen erste Marinas alten Booten den Zugang. Im Oktober 2023 berichtete das Magazin Float über einen Eigner, der in Marseille keinen Landliegeplatz fand, um den Motor seiner fast 50 Jahre alten Ferrozementyacht zu reparieren.

Der Hafenbetreiber erklärte in einem Interview:

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Ähnliche Schiffe verrotten zuhauf in unserer Marina.

Verwaiste Boote an Land können ohne Zustimmung des Eigners nicht bewegt werden. Selbst wenn die Behörden zustimmen, tragen die Häfen die Kosten für die Entsorgung.

Viele Wassersportvereine kennen dieses Problem ebenfalls. Vielerorts liegen alte Boote an Land und blockieren das Gelände. Auf der anderen Seite kommen jedes Jahr neue Boote in den Verein. Liegeplätze werden knapp oder sind es schon.

 

Ungenutzte Boote

Wie viele ungenutzte Boote es in Deutschland gibt, ist unbekannt. Karsten Stahlhut, Geschäftsführer des Bundesverbands Wassersportwirtschaft (BVWW), ging in einem Interview mit dem Segelreporter 2022 davon aus, dass „jedes Jahr etwa 3000 Sportboote entsorgt werden müssten“.

Um einen genauen Überblick zu haben, bräuchte es aus Sicht des BVWW eine Registrierungspflicht für Sportboote. Damit wüsste man auch, wem welches Boot gehört. Zurzeit ist bei vielen Schrottbooten unklar, wer der Eigentümer ist und es ist auch schwer, diesen zu ermitteln.

Doch selbst wenn der Eigentümer feststeht, ist die Entsorgung nicht automatisch gelöst. Viele Eigner gebrauchter Boote haben ein begrenztes Budget und somit auch keinen Spielraum für die Entsorgungskosten. Die Erstbesitzer dagegen beteiligen sich an diesen Kosten bislang nicht.

 

Recycling von Sportbooten 

In Frankreich ist das anders. Dort gibt es seit 2019 das System APER. Dabei wird die Entsorgung bereits im Neupreis eines Sportbootes eingepreist. Diese Prämie kommt für einen Teil der Entsorgungskosten auf. Der Eigner trägt die Transportkosten zum nächsten APER-Standort. 

Stand 2023 gibt es in Frankreich 32 Entsorgungsstationen, die APER aufgebaut hat oder mit denen APER zusammenarbeitet. Von den 2022 entsorgten Booten befanden sich 97 Prozent näher als 150 Kilometer am nächsten APER-Standort.

In den Entsorgungszentren werden die Boote, die zumeist aus GFK bestehen, fachgerecht entsorgt. Dabei werden die Boote zunächst in ihre Bestandteile zerlegt. Alles, was recycelt werden kann, wird recycelt. Dazu gehören zum Beispiel Metalle. Auch dieser Erlös trägt zu Finanzierung von APER bei.

 

Herausforderung GFK

Die größte Herausforderung bei der Entsorgung alter Boote stellt das GFK dar. Harz und Fasern lassen sich nicht zerstörungsfrei trennen. Eine Möglichkeit ist die Verwertung von geschreddertem GFK bei der Zementproduktion. Dabei dient das Harz als Brennstoff, die Glasfasern ersetzen Quarzsand.

Grundsätzlich lässt sich GFK-Schredder auch anders verwerten. Alte Windkraftanlagen können beispielsweise zu Granulat werden, das bei der Herstellung von Gartenmöbeln oder Terrassendielen eingesetzt wird. Doch dafür ist der Nachschub aus dem Bootssektor derzeit zu uneinheitlich.

 

Firmen in den Startlöchern 

In Deutschland gibt es bisher kein Netzwerk wie APER. Doch erste Firmen stehen in den Startlöchern, um GFK-Boote ähnlich wie in Frankreich zu entsorgen. Das Hamburger Unternehmen Reboat zum Beispiel nähert sich der Endphase des Genehmigungsverfahrens.

An der Ostsee hat die Sturmflut zu etlichen Totalverlusten geführt. Bei deren Verwertung kooperiert Pantaenius mit dem Lindenau Maritim-Park unter Leitung der Yacht- und Bootswerft Rathje. Durch die fachgerechte Entsorgung der Wracks soll ein dauerhaft tragfähiges Konzept entwickelt werden.

Auf dem ehemaligen Werftgelände gibt es die nötige Infrastruktur, um Materialien zu trennen und zu lagern. Bis die Genehmigungen zur Verwertung des GFK vorliegen, können zur die Entsorgung anstehenden Boote dort gelagert werden. Der Prozess soll wissenschaftlich begleitet werden.

Auch auf EU-Ebene ist das Problem bekannt. Im Rahmen des „Green Deals“ der EU hat der Europäische Dachverband der nationalen Boots- und Wassersportverbände EBI eine Road Map vorlegt, die zu einer geregelten Verwertung von GFK und schließlich zum Recycling führen soll.

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